Februar 2021

So (er)leben wir die Corona-Situation

Vom Coronavirus hörten wir bereits Ende 2019 aus China. Ich weiss es noch gut, da wir letztes Jahr im Januar in den Skiferien waren. Beim Abendessen, an der Bar, ja sogar in der Skihütte war Corona oft ein Thema. Dieser Virus schien uns damals aber keine Bedrohung. Ein Irrtum, wie sich bald herausstellte.

Nicht einmal zwei Monate später beschloss der Bundesrat besondere Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung und der Gesundheitsvorsorge.

So waren Besuche in unseren Institutionen leider ab Mitte März bis anfangs Mai 2020 nicht mehr möglich. In dieser Zeit haben wir unseren Bewohnern (dem schönen und warmen Wetter sei Dank) Freiluftkonzerte, kleine Aufmerksamkeiten, Rätsel, Wunschkonzerte etc. geboten. Dabei konnten sie einige unbeschwerte Stunden geniessen und die aussergewöhnliche Situation ein wenig vergessen.

Die Aktivierung musste in dieser Zeit ebenfalls flexibel sein. So wurden Gruppen- zu Einzelaktivitäten. In diesen entstanden u.a. biografische Geschichten, welche in Form von privater Post an alle Bewohnenden abgegeben wurde. Durch diese Geschichten erfuhren die anderen Bewohnerinnen und Bewohner meist lustige aber auch spannende Lebensgeschichten. Eine Geschichte zeichnete die Rettung aus einer Gletscherspalte auf, ein Bewohner überlebte den Absturz mit dem Rega-Helikopter auf dem Gotthardpass oder eine Bewohnerin wünschte sich zu ihrem 9. Geburtstag eine Torte. Ihre Mutter liess sich etwas einfallen und stapelte ganze Äpfel zu einer Torte. Sie wollte ihr eine Freude machen, da aber Krieg und Lebensmittelmangel herrschten, hatte sie gar keine andere Wahl oder Möglichkeiten ihr einen Geburtstagskuchen zu backen.

Ein Stück Normalität kehrte dann endlich mit der Auflösung des Besuchsverbotes am 1. Mai 2020 zurück. Spontane Besuche waren anfangs jedoch noch nicht möglich. Die Besucher waren gebeten sich anzumelden. Im Empfangsbereich wurde eine «Begegnungszone» eingerichtet, welche rege genutzt wurde. In dieser durfte man sich eine Stunde mit Angehörigen oder Freunden treffen. Berührungen waren tabu und es waren höchstens zwei Besucher pro Bewohnerin und Bewohner bzw. pro Zeitfenster zugelassen.

Dies war eine schwierige Situation für alle Bewohnerinnen und Bewohner sowie Angehörigen. Auch für das Personal war es nicht einfach, die Massnahmen zu erklären und deren Durchführung zu gewährleisten. Als Gruppenaktivitäten wieder gestattet wurden, war die Zeit um 1965/1966 das erste Thema in der Aktivierung. In diesem Jahr grassierte die Maul- und Klauenseuche, auch eine Virenkrankheit. Diese Seuche ist eine zwischen Tier und Mensch übertragbare Krankheit. Für den Menschen stellte sie aber keine gesundheitliche Bedrohung dar. In der Schweiz trat die Epidemie massiv auf, es traf einen Bauernhof nach dem anderen und es gab über 500’000 Notschlachtungen von betroffenen Tieren. Der Austausch zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern, die diese Epidemie erlebt hatten, war rege und es war sehr interessant zu erfahren, wie abgeschottet manche Bauernbetriebe über Monate waren. Eine Bewohnerin erinnert sich, dass niemand mehr auf den Hof kommen durfte. Sogar der Hofhund musste an die Kette. Wenn sie etwas brauchten, mussten sie einen Korb an den Zaun hängen. Dann wurde die Bestellung ausgeführt. Das «Eingesperrtsein» sei also nichts Neues. Sie hätte dies vor gut 60 Jahren während der Maul- und Klauenseuche schon einmal erlebt. Auch damals gab es diverse Einschränkungen im gesellschaftlichen Leben. Nach gut einem Jahr, im 1966, gab es dann Entwarnung. Dank einer Impfung konnte die Schweiz aufatmen. Die Seuche war eingedämmt.

Auch wir hoffen, dass aufgrund der Covid-Impfung bald Entwarnung gegeben werden kann, dass die Normalität wieder in den Alltag zurückkehrt und wir mit unseren Bewohnerinnen und Bewohnern, wie auch privat, wieder gemütliche und gesellige Anlässe ohne Bedenken feiern dürfen. Bis dahin dürfen bis auf Weiteres keine Anlässe mit externen Besuchern durchgeführt werden. Wir halten uns strikte an die Weisungen des BAG und der Kantone. Angehörige, Freunde und Bekannte von Bewohnerinnen und Bewohnern sind bei uns herzlich willkommen, müssen sich aber weiterhin an die amtlichen Bestimmungen halten.

«Habe Hoffnungen, aber niemals Erwartungen. Dann erlebst du Wunder, aber niemals Enttäuschungen.» In diesem Sinne wünschen wir Ihnen von Herzen ein gesundes Jahr mit vielen Glückssternen.

Corinne Schocher, Sales & Administration Casa Sunnwies

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